Wann legt man Berufung ein?

on Dienstag, 10 Dezember 2013.

Sicher nicht in der Hauptverhandlung!

In einer kleinen Strafsache lief es für den Mandanten wider seiner Erwartungen nicht gut. Er war sehr ungehalten, dass ihm keiner glauben wollte. Alle Versuche ihn von weiteren Erklärungen zurückzuhalten, wurden damit kommentiert, dass ich ja keine Ahnung habe und sein tolles Verteidigung Konzept nicht umgesetzt habe. So legte der Mandant noch in der Hauptverhandlung zu Protokoll Berufung ein. Leider hatte er die Worte des Richters nicht mitbekommen, sonst hätte er gewusst, dass das Gericht ihn gerne wegen mehrerer Taten als einer verurteilt hätte. In der Tat war schon ein gerichtlicher Hinweis ergangen, dass wegen des häufigen Auswechselns der Tatmittel durchaus eine Verurteilung wegen mehrerer gefährlicher Körperverletzungen im Raum steht. Erstinstanzlich hatte die Zeugenaussage allerdings nicht genug Substanz. Nun kommt es aber wie es kommen musste, auch die Staatsanwaltschaft ist in Berufung gegangen, sodass das Urteil auch noch zu Lasten des Mandanten geändert werden kann. Es ist zu befürchten, dass sich das Landgericht mehr Mühe mit der Zeugin gibt und dass dem Mandanten in der erneuten Aussage ein weiteres Ansetzen nachgewiesen wird. Manchmal macht es Sinn auf seinen Verteidiger zu hören. Aber in den Augen des Mandanten ist sowieso immer der Anwalt Schuld.